Zwei Städte, ein Abenteuer: Paderborn trifft Barcelona!

Vom 21. bis zum 26. April 2024 nahm zum ersten Mal eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der EF der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule mit ERASMUS+ am Austausch mit der Schule Miquel Marti i Pol in Cornellà, Barcelona teil.
Am Abend der Ankunft am Flughafen in Barcelona wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren spanischen Gastschülerinnen und -Schülern herzlich in Empfang genommen und fuhren mit ihren Familien nach Hause, um Kraft für die Woche zu tanken. Zu Recht, denn die nächsten Tage würden erlebnisreich und kräftezehrend…
Unser Projekt stand im Sinne einer gesunden Schule und hatte die Gestaltung eines nachhaltigen und gesunden Lebens in der Gemeinschaft zum Thema. Am ersten Morgen ging es in der Austauschschule gleich mit der Arbeit am deutsch-spanischen Erasmus-Projekt los: Die Schülerinnen und Schüler diskutierten über europäische Werte, die ihrer Meinung nach ein gesundes, nachhaltiges Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft, aber auch in der Schule ermöglichen und auf die sich die Schülerinnen und Schüler während des Projekts in Barcelona konzentrieren wollten. Die Schülerinnen und Schüler priorisierten vier Werte, denen allerdings auch weitere zugeordnet werden konnten: Freiheit, Respekt (vor allen Lebewesen, Normen, Umwelt), Empathie und Verantwortung (für Umwelt, Mitmenschen, Gerechtigkeit, …). Alle projektbezogenen Aktivitäten, die dieser ersten Diskussionsrunde folgten, sollten auf diese Werte hin reflektiert werden. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei die Aufgabe, diese von ihnen ausgewählten Werte im Laufe des Aufenthaltes sichtbar zu machen und sie fotografisch “einzufangen”. Das erforderte ein hohes Maß an Achtsamkeit und Bewusstsein für die Aufgabe…
Die Ergebnisse ließen sich in einem eingerichteten Padlet bestaunen und hinsichtlich der dargestellten Werte und Blickwinkel kommentieren. Die Auswahl der Werte wurde im Laufe des Aufenthaltes immer wieder reflektiert und zum Teil erweitert.






Nach der Erklärung der Projektarbeit ging es gleich los: Am Fluss “El Llobregat” entlang, machten wir uns auf den langen Weg in Richtung des gleichnamigen Strandes und sammelten dabei herumliegenden Müll auf – angelehnt ans “Plogging”, einer Aktivität, bei der man joggend herumliegende Abfälle einsammelt. Am Strand angekommen, besuchten wir den CRAM (Auffangstation für Meerestiere): In einem Workshop zum Thema Mikroplastik haben wir die Auswirkungen unseres eigenen Umgangs mit Plastik auf das Meer und ihre Bewohner erfahren und reflektiert. Zunächst wurden zahlreiche Schildkröten und ihre Geschichten, die sie ins CRAM führten, vorgestellt. Im Anschluss untersuchten die Schülerinnen selbst den Sand in verschiedenen Zonen am Strand und werteten die Ergebnisse aus. Werte wie Verantwortung und Respekt wurden hier besonders deutlich. Ein gemeinsames Picknick und etwas Zeit am Strand rundeten den Tag ab.
Am Donnerstag verbrachten wir den Vormittag in der Schule der Gastschülerinnen und -Schüler, jedoch war dieser Tag alles andere als ein normaler Schultag, zum einen, weil wir auch hier verschiedene projektbezogene Aufgaben zu meistern hatten, wie z. B. kleine Challenges beim Seilspringen und Bewegungsabfolgen in einem Yogakurs auf Spanisch, zum anderen aber auch, weil in der Schule anlässlich des katalanischen Feiertages San Jordi Preisverleihungen, Vorführungen und entsprechende Aktivitäten stattfanden. Hier standen der Einzelne und die Gemeinschaft im Vordergrund.
Am darauffolgenden Freitag ging es in die Stadt, genauer gesagt sahen wir die Stadt aus mehreren Perspektiven: Zunächst konnten die Schülerinnen und Schüler in der Ausstellung im Erdgeschoss des Turms „Torre Glories“ unter der Fragestellung “Wie wird das Unsichtbare sichtbar gemacht?” sämtliche Regungen und Töne, Temperaturen und Geschwindigkeiten – sozusagen die „Atmung“, den „Puls“ der Stadt innerhalb Barcelonas in Echtzeit beobachten, bevor sie die Stadt in ihrer Größe von der Turmspitze sahen. Die meisten von uns kletterten sogar den Parcour über den Besuchern im Dach des Turms. Alles in allem wurde bei diesem Besuch vor allem die Verantwortung für die Umwelt deutlich. Im Parc Güell hatten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss die Gelegenheit, das Vorhaben Gaudís nachzuvollziehen und sich besonders auf seinen Umgang mit den Naturmaterialien zu konzentrieren. Nach einem stärkenden Tapasessen ging es noch höher hinaus auf den Berg “Turó de la Bovira” zu einem besonderen Aussichtspunkt: den Bunkern von Carmel. Der Rückweg führte uns an der Sagrada Familia vorbei, die wir nun schon von drei Punkten der Stadt aus gesehen hatten. Am Abend hatten wir dann noch die Gelegenheit, eine Probe für die “Castellers” (menschlichen Türme), die in Katalonien traditionell zu den Festlichkeiten an San Jordi gebaut werden, zu besuchen.
Am Samstag durften die Schülerinnen und Schüler nach Aushändigung ihrer Erasmus-Zertifikate und einer abschließenden Projektarbeit am späten Nachmittag die Umzüge mit feuerspuckenden Drachen und Trommelzügen kennenlernen und an ihnen teilhaben. Auch diese Festlichkeiten betonten in den Augen der Schülerinnen und Schüler über die angesprochenen Werte hinaus besonders die Werte der Gemeinschaft, des Zusammenhalts und des Zusammenlebens.
Alles in allem war das Programm eine Bereicherung im Sinne des interkulturellen Lernens und die sprachlichen Fortschritte sowie die sozialen Erfahrungen bleiben allen in Erinnerung. Wir freuen uns auf viele weitere Projekte mit unserer neuen Partnerschule in Barcelona.
Gretel Schulz